Trachtenvogl Ladentür
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Nach 23 Jahren: Der Vogl macht Schluss.

Ende 2026 ist Schluss. Nach 23 Jahren werde ich den Trachtenvogl schließen.

Das ist eine ziemlich lange Zeit. Ich habe hier fast die Hälfte meines bisherigen Lebens verbracht, unzählige Menschen kennengelernt, Freundschaften geschlossen, mit großartigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gearbeitet und gemeinsam mit ihnen einen Ort geschaffen, der für viele Menschen zu einem festen Bestandteil ihres Lebens geworden ist.

Der Trachtenvogl war für mich nie einfach nur ein Geschäft. Er war eine Idee, ein Abenteuer, eine Baustelle, manchmal ein Irrenhaus und über all die Jahre ein wesentlicher Teil meines Lebens. Er hat mir vieles ermöglicht, aber mich auch gefordert, gelegentlich viele Nerven gekostet und mir jede Menge Geschichten beschert.

Nun ist es aber so, dass es meines Wissens noch kein Gesetz gibt, das einen Unternehmer dazu verpflichtet, seinen Betrieb so lange weiterzuführen, bis er entweder pleitegeht oder mit den Füßen voraus aus dem Lokal getragen wird. Ich habe deshalb beschlossen, von dieser offenbar noch immer geltenden Freiheit Gebrauch zu machen.

Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen. Aber sie ist eine bewusste und vor allem persönliche Entscheidung. Ich möchte meinen Alltag neu sortieren, mehr Zeit für meine Familie, unser Zuhause und Freunde haben. Ich möchte wieder mehr Platz für Dinge schaffen, die neben dem Café über viele Jahre zu kurz gekommen sind. Für spontane Ideen, neue Interessen, kleine und große Unternehmungen und gelegentlich auch für einen Tag, an dem ich einfach mal gar nichts vorhabe.

Nach 23 Jahren möchte ich nicht einfach weitermachen, nur weil ich es schon immer so gemacht habe. Ich möchte selbst entscheiden, wann ein Kapitel endet. Und ich finde, nach dieser langen Zeit darf man auch einmal sagen: Das war’s. Schön war’s. Jetzt kommt etwas anderes.

Und es gibt auch eine Zukunft für die Räume in der Reichenbachstraße 47. Ab 2027 wird Kaspar Schmauser die Fläche als Nachmieter nutzen. Das Unternehmen steht für moderne, pflanzenbasierte Gastronomie und betreibt bereits mehrere Standorte in Deutschland. Bevor dort wieder Gäste empfangen werden, wird im Januar und Februar erst einmal kräftig umgebaut. Der Vogl wird also nicht einfach umdekoriert und unter neuem Namen weitergeführt. Es wird sich einiges verändern.

Und das ist auch gut so. Der Trachtenvogl endet, aber der Ort bleibt ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, essen, trinken und Zeit miteinander verbringen. Ein neues Kapitel beginnt, auch wenn ich diesmal nicht derjenige bin, der es schreibt.

Was bleibt, sind 23 Jahre voller Begegnungen, Geschichten, schöner Momente, gelegentlicher Katastrophen und Menschen, ohne die der Trachtenvogl nicht das geworden wäre, was er heute ist. Deshalb möchte ich mich bei meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, unseren Lieferanten und Geschäftspartnern und natürlich bei all unseren Gästen bedanken. Bei denen, die seit Jahrzehnten kommen, genauso wie bei denen, die erst vor Kurzem den Weg zu uns gefunden haben.

Ich blicke mit großer Dankbarkeit auf diese Zeit zurück. Und ich freue mich auf das, was kommt. Auf mehr Zeit für die Menschen und Dinge, die mir wichtig sind, auf neue Ideen und Aufgaben und darauf, meinen Alltag künftig wieder stärker selbst gestalten zu können. Was genau daraus wird, muss ich heute noch gar nicht wissen. Zum ersten Mal seit Langem habe ich die Freiheit, das in Ruhe herauszufinden.

Euer Christian